Taiwan-Info

Chronologie der politischen Entwicklung Taiwans

 
 

Juli - Dezember 1987

   
1.7.1987: Der Ausnahmezustand wird gelockert.
   
4.7.1987: Wechsel in der KMT (Li Huan löst Ma Shuli als Generalsekretär ab), in der Regierung und Provinzregierung (Bildungsministerium).
   
14.7.1987: Ankündigung von Präsident Jiang Jingguo, daß der Ausnahmezustand ab 15.7. aufgehoben wird, jedoch bleiben die Bestimmungen für die "Nationale Generalmobilmachung für die Niederwerfung der Rebellion" vom 4.7.1947 weiter in Kraft. Als Folge werden die Strafen von 237 Personen (davon 170 "Rebellen") reduziert. An Stelle des Ausnahmezustands tritt das neue "Sicherheitsgesetz" in Kraft.
   
15.7.1987: wesentliche Lockerung der Devisenbestimmungen (die Grenze liegt jetzt bei 5 Mio. US $, früher nur bei 5000). Dabei wird der Abfluß mehr gelockert als der Zustrom an Devisen. Im Juli wird das Verbot von Hongkong als erstem Reiseziel aufgehoben, das bisher als (illegale) Durchgangsstation f Reisen nach China diente.
   
1.8.1987: Ausschuß für Arbeit wird statt Innenministerium dem Exekutiv-Yuan (Kabinett) unterstellt. Nach der Aufhebung des Ausnahmezustands werden verstärkte gewerkschaftliche Aktivitäten erwartet.
   
22.8.1987: Ebenso wird die Umweltschutzbehörde dem Exekutiv-Yuan statt der Gesundheitsbehörde unterstellt.
   
15.-27.9.1987: öffentliche Reise der Journalisten Li Yongde und Xu Lu der dem oppositionellen Lager zugerechneten Tzu-li Wan-pao <自立晚報> ("Unabhängige Abendzeitung") nach China. Gegen sie wird ein Ausreiseverbot von zwei Jahren für sie und alle anderen Redaktionsmitglieder der Zeitung verhängt, ihre Berichte können jedoch ungehindert veröffentlicht werden.
   
17.9.1987: neue Richtlinien für den Handel mit dem Ostblock: direkter Handel wird erlaubt, außer mit der Sowjetunion und Albanien (mit diesen Ländern ist nur indirekter Handel erlaubt).
   
12.10.1987: Cai Yuquan (Mitglied im Ständigen Ausschuß des Beirats der DFP) und Xu Caode werden verhaftet: sie hätten in der Satzung des "Klubs politisch Verfolgter" (ein Zusammenschluß ehemaliger politischer Gefangener) eine Klausel für die Unabhängigkeit Taiwans eingebracht.
   
31.10.1987: Daraufhin findet eine große Solidaritäts-Demonstration statt, während der die Teilnehmer auch für die Unabhängigkeit Taiwans eintreten.
   
1.11.1987: Gründung der "Kung-tang" <工黨> ("Arbeitspartei"), im Zentralen Exekutivkomitee habe Gewerkschaftsfunktionäre die Mehrheit, die neue Partei will mit der DFP zusammenarbeiten. Vorsitzender: Wang Yixiong (Abgeordneter im Gesetzgebungs-Yuan).
   
2.11.1987: Verwandtenbesuche über ein Drittland und durch Vermittlung des Roten Kreuzes nach China werden erlaubt.
   
9./10.11.1987: 2. Parteitag von DFP: "Radikale" treten dafür ein, in die Parteistatuten folgende Klausel aufzunehmen: "Taiwan renmin you zhuzhang Taiwan duli de ziyou" <台灣人民有主張台灣獨立的自由> ("Das taiwanesische Volk hat das Recht, für die Unabhängigkeit Taiwans einzutreten"). Als Kompromiß wird diese Formel als "Beschluß" der Partei verabschiedet. Das ZEK solle weiter "prüfen" und die Meinung der Mitglieder einholen.
   
21.11.1987: Gründung der "Zhongguo minzhongdang" <中國民眾黨> ("Chinesische Volkspartei"): sie stützt sich vor allem auf Intellektuelle, tritt für eine gerechtere Vermögensverteilung und die Schaffung eines sozialen Netzes ein.
   
Ende Nov. / Anfang Dez. 1987: Aufruhr in den Umerziehungslagern (in Ost-Taiwan bei Taidong <台東> und auf der Insel Lüdao <綠島>).
   
16.12.1987: Aus den Niederlanden geliefertes U-Boot kommt in Taiwan an.
   
25.12.1987: Gründung der "Zhongguo minzhu zhengyi dang" <中國民主正義黨> ("Chinesische Partei für Demokratie und Gerechtigkeit") mit dem Parteivorsitzenden Zhang Dazheng: sie will sich für die Interessen von Mittelstandsunternehmen einsetzen.
   
   
 
   
   
 

Januar - Juni 1987

Januar - Juni 1988

     
 

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