Taiwan-Info

 

"Netzeitung" vom 27.09.2002

 

China will EU-Waffenembargo aushebeln

   
   
     
  Frankreich soll sich für eine Aufhebung des EU-Waffenembargos gegen China einsetzen. Als Gegenleistung verspricht Peking dem Land Milliarden-Geschäfte.

Mit Hilfe Frankreichs will die chinesische Führung erreichen, dass die Europäische Union ihr Waffenembargo gegen China aufhebt. Regierungschef Zhu Rongji forderte Paris auf, sich dafür in Brüssel einzusetzen.
Als Gegenleistung versprach Zhu am Freitag bei einem Treffen mit dem französischen Arbeitgeberverband Medef größere Rüstungsgeschäfte mit Frankreich. Das Land könnte in der Rangliste der chinesischen EU-Handelspartner rasch vom fünften auf den zweiten Platz aufrücken, betonte er. China habe für Rüstungsimporte Devisenreserven von 260 Milliarden Dollar.

Mit dem Waffen-Embargo hatte die EU auf das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking reagiert. Dort war chinesisches Militär am 4. Juni 1989 gewaltsam gegen protestierende Studenten vorgegangen. Nach Schätzungen wuren mehrere hundert Menschen getötet.

Vor Inkrafttreten der Sanktionen hätten China und Frankreich im Rüstungssektor gut zusammengearbeitet, sagte Zhu. Er appellierte zugleich an die französischen Unternehmer, keine Waffen mehr an Taiwan zu verkaufen. (nz)
   
   
 
     
     
 

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