Taiwan-Info

 

Mao Zedong und Zhou Enlai zu Taiwan

 
 
  Mao Zedong:
 
Edgar Snow:
»Ist es die nächste Aufgabe des chinesischen Volkes, alle Gebiete wiederzugewinnen, die es an den japanischen Imperialismus verloren hat, oder will es vorläufig nur Japan aus Nordchina und allen chinesischen Gebieten jenseits der Großen Mauer vertreiben?«

Mao Zedong: »Es ist die vordringlichste Aufgabe Chinas, alle unsere verlorenen Gebiete wiederzugewinnen und nicht nur unsere Unabhängigkeit südlich der Großen Mauer zu verteidigen. Das heißt, daß die Mandschurei zurückerobert werden muß. Wir schließen aber nicht Korea, eine frühere chinesische Kolonie, mit ein; wenn wir jedoch die Unabhängigkeit der verlorenen chinesischen Gebiete wiederhergestellt haben und die Koreaner aus den Ketten des japanischen Imperialismus ausbrechen wollen, werden wir sie in ihrem Kampf um Unabhängigkeit enthusiastisch unterstützen. Dasselbe gilt für Taiwan (Formosa). Was die Innere Mongolei betrifft, die von Chinesen und Mongolen bevölkert ist, werden wir dafür kämpfen, Japan von dort zu vertreiben und der Inneren Mongolei bei der Errichtung eines autonomen Staates zu helfen.«

Edgar Snow: Roter Stern über China (Fischer Taschenbuch Verlag), Frankfurt 1974, S.112 (engl. Original: "Red Star over China" (Harmondsworth), Middlesex (GB), S.128 f.)

     
  Zhou Enlai:
 
"Gerade weil wir dagegen sind, daß andere Aggressionen begehen, sind wir auch dagegen, selbst Aggressionen gegen andere zu begehen... Die chinesische Nation ist auch dagegen, daß Imperialisten Aggressionen gegen andere Länder begehen. Deshalb müssen wir mit den unabhängigen Befreiungsbewegungen anderer Nationalstaaten sympathisieren. So müssen wir nicht nur die antijapanische Bewegung Koreas und Taiwans sowie die Nationen des Balkans und Afrikas gegen die deutsch-italienische Aggression unterstützen, sondern wir müssen auch mit den nationalen Befreiungsbewegungen Indiens, Südostasiens und anderen sympathisieren."

(Artikel vom 15. und 16. Juni 1941 in der "Xinhua Ribao", Zentralorgan der KP in Chongqing. Der Artikel ist in den 1981 in China erschienenen "Ausgewählten Werken Zhou Enlais" nicht enthalten
(s. Jörg-Meinhard Rudolph: "Die Kommunistische Partei Chinas und Taiwan (1921-1981)", S.32 f).
 
Erst in den späten vierziger Jahren mit dem Aufstand von 1947
(s. Günter Whittome: "Taiwan 1947. Der Aufstand gegen die Kuomintang") auf Taiwan gegen die Herrschaft der Kuomintang und mit dem vollständigen Rückzug der Kuomintang nach Taiwan ändert die KP ihre Haltung und will fortan Taiwan militärisch "befreien". Mit ihrem gescheiterten Angriff von 1958 auf die von Taiwan kontrollierte, der chinesischen Stadt Xiamen (Amoy) vorgelagerten Insel Jinmen (Quemoy) schwenkt die KP schließlich auf den heutigen Kurs der systematischen internationalen Isolierung Taiwans ein. (s. Jörg-Meinhard Rudolph: "Die Kommunistische Partei Chinas und Taiwan (1921-1981)").
 
     
     
 

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